Alkoholkonsum in der Schweiz

Der Jahresbeginn steht für viele im Zeichen des bewussten Verzichts: Der „Dry January“ hat sich längst auch in der Schweiz als Anlass etabliert, das eigene Trinkverhalten zu reflektieren. Doch wie nachhaltig ist dieser Impuls und welche Rolle spielt Alkohol generell im Alltag der Schweizerinnen und Schweizer? Unsere aktuelle Umfrage mit 1.001 Befragten zeigt: Während Alkohol für viele weiterhin zum gesellschaftlichen Leben gehört, wächst zugleich die Akzeptanz von bewusster Abstinenz und alkoholfreien Alternativen, insbesondere bei den jüngeren Generationen.

2 von 3 trinken regelmässig, aber Verzicht wird wichtiger

66 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer trinken mindestens einmal im Monat Alkohol, am häufigsten die Babyboomer, also die Über-60-Jährigen (72%). Zum Vergleich: In der Generation Z greifen knapp 6 von 10 in dieser Häufigkeit zu Bier, Wein und Co. (58%). Alkohol ist dabei vor allem ein soziales Event: Knapp zwei Drittel der Befragten geben an, meist in Gesellschaft und selten allein zu trinken (63%). Dies trifft insbesondere auf die jüngsten Umfrageteilnehmer*innen zu (Generation Z: 71%). 

15 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer verzichten gänzlich auf Alkohol. Hier zeigt sich ein klarer Geschlechterunterschied: Bei den Frauen ist fast jede Fünfte abstinent (19%), bei den Männern nur jeder Achte (12%). Hauptmotive für den Verzicht sind gesundheitliche Bedenken: Jeweils rund ein Drittel empfindet Alkohol als ungesund (37%) bzw. möchte den eigenen Körper nicht mit Alkohol belasten (32%). Ebensoviele mögen den Geschmack von Bier, Wein und Co. nicht (34%). Spannend: für die Jüngeren sind Health- und Lifestylegründe für Einschränkungen beim Alkoholkonsum deutlich ausschlaggebender als bei den Älteren. 

„Aktionen wie der Dry January fungieren zunehmend als gesellschaftlich akzeptierter ‚Testlauf‘ für bewussteren Alkoholkonsum. Nicht nur für überzeugte Abstinenzler*innen, sondern auch für Menschen, die Alkohol sonst selbstverständlich in ihren Alltag integrieren. Unsere Daten zeigen, dass damit ein Nerv getroffen wird: Viele Menschen hinterfragen ihr Trinkverhalten bewusster und erleben, dass Genuss, Geselligkeit und Lebensqualität auch ohne Alkohol möglich sind“, erklärt Roland Zeindler, Geschäftsführer der Marketagent Schweiz AG

Gönn dir – aber nicht zu viel: Der neue Reality-Check beim Trinken

Alkohol erfüllt für viele Schweizer*innen nach wie vor eine emotionale Funktion: Fast zwei Drittel verbinden den Konsum mit einem kleinen persönlichen Genussmoment und „gönnen sich was“ (65%). Gleichzeitig zeigt sich ein Trend hin zu bewussterem Umgang: 79 Prozent haben in den vergangenen sechs Monaten mindestens einmal bewusst verzichtet, obwohl andere in ihrem Umfeld getrunken haben. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei der Generation Z, von der sogar 87 Prozent in einer solchen Situation freiwillig auf Alkohol verzichtet haben. Jedoch haben 6 von 10 Schweizerinnen und Schweizer im gleichen Zeitraum zumindest einmal mehr getrunken als geplant, in der jüngsten Generation sogar fast drei Viertel (72%). Knapp 4 von 10 (38% | Generation Z: 45% | Millennials: 49%) mussten sich im Nachhinein über das eigene Trinkverhalten ärgern. Diese Werte machen die grosse Rolle von Selbstkontrolle in Zusammenhang mit Alkoholkonsum deutlich.

Alkohol bei Feiern nicht zwingend notwendig

Auch das gesellschaftliche Bild wandelt sich: Mehr als die Hälfte (54%) fänden es positiv, wenn bei Festen kein Alkohol angeboten würde. Ein generelles Alkoholverbot würde 46 Prozent als schade oder schwierig empfinden, der Rest wäre erstaunlich gelassen (54%). 75 Prozent sind ohnehin der Ansicht, dass sie keinen Alkohol brauchen, um Spass zu haben. Abstinenz wird im Umfeld vornehmlich neutral aufgefasst (53%). Gleichzeitig spürt fast ein Drittel in manchen Situationen sozialen Druck, Alkohol zu trinken (32% | Generation Z: 43%). 

0-Prozent-Alternativen im Trend

Alkoholfreie Alternativen haben längst den Sprung aus der Nische geschafft. Drei Viertel der Schweizer*innen haben bereits alkoholfreies Bier, 7 von 10 „Virgin“ Cocktails bzw. Mischgetränke und 6 von 10 alkoholfreien Sekt probiert. Die jüngeren Generationen (Generation Z und Millennials) zeigen sich als klare Treiber dieses Trends. Besonders attraktiv sind 0-Prozent-Getränke, wenn man noch auf das Fahren mit dem Auto angewiesen ist (44%). Gerade für die Jungen sind sie aber auch eine echte Alternative in geselligen Runden mit Freunden (31%). Insgesamt wünscht sich jede*r dritte Schweizer*in ein noch breiteres Angebot an 0-Prozent-Getränken (35%), bei den Unter-30-Jährigen sogar fast jede*r zweite (45%). 

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