KI-Inhalte zwischen Faszination und Vertrauenskrise

Die rasante Verbreitung von künstlicher Intelligenz sorgt für einen tiefgreifenden Wandel in der digitalen Informationswelt und stellt Nutzerinnen und Nutzer vor neue Herausforderungen. Unsere aktuelle repräsentative Studie unter 1.000 Befragten aus der Deutsch- und Westschweiz zeigt ein klares Spannungsfeld: Während KI als Technologie grundsätzlich auf Offenheit trifft, wächst gleichzeitig die Skepsis gegenüber den Inhalten, die sie produziert.

Schweiz nutzt KI aktiv, trotz ambivalenter Haltung

Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag der Schweizerinnen und Schweizer angekommen: Die Mehrheit der 1.000 Befragten der Marketagent-Studie gibt an, KI aktiv zu nutzen (89%), 6 von 10 sogar mindestens einmal pro Woche (63%). Besonders die junge Generation treibt diese Entwicklung voran: Mehr als drei Viertel der Vertreter*innen der Generation Z (77%) und der Millennials (75%) greifen regelmässig auf KI-Anwendungen zurück. Schweizweit werden ChatGPT und Co. dabei vor allem als pragmatische Werkzeuge eingesetzt und insbesondere zur schnellen Recherche und Informationsbeschaffung herangezogen (56%).

Trotz dieser breiten Nutzung bleibt die Haltung gegenüber Künstlicher Intelligenz ambivalent: Zwar stehen 41 Prozent der Bevölkerung KI grundsätzlich positiv gegenüber, jede fünfte Person äussert jedoch eine klare Ablehnung (22%).

KI-Inhalte: Masse statt Klasse

Mit der zunehmenden Nutzung steigt auch die Präsenz von KI-generierten Inhalten: 6 von 10 Schweizer*innen geben an, solchen Inhalten regelmässig zu begegnen (62%). Doch die wachsende Sichtbarkeit führt nicht automatisch zu Akzeptanz. Im Gegenteil, die Verbreitung von KI-Content wird von vielen kritisch gesehen: 4 von 10 bewerten die zunehmende Masse an KI-generierten Bildern, Texten und Co. als negativ (43%) und ebensoviele konsumieren entsprechende Inhalte eher ungern (43%). Auch die wahrgenommene Qualität bleibt hinter den Erwartungen zurück und wird durchschnittlich nur als mittelmässig eingestuft (Mittelwert: 3,3).

Unsicherheit bei Erkennung trifft auf massiven Wunsch nach Kennzeichnung

Als zentrales Problem kristallisiert sich auch die mangelnde Gewissheit heraus: Nur rund ein Drittel der Bevölkerung fühlt sich sicher darin, KI-generierte Inhalte zuverlässig zu erkennen (34%). Selbst unter jungen Menschen, die sich besonders intensiv mit digitalen Technologien beschäftigen, bleibt diese Sicherheit begrenzt (49%).

Um KI-Inhalte zu identifizieren, achten Nutzerinnen und Nutzer vor allem auf unnatürlich wirkende Elemente (47%), eine explizite Kennzeichnung (40%) oder inhaltliche Unstimmigkeiten (39%). 30 Prozent werden misstrauisch, wenn der Content zu glatt oder perfekt ist.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Bevölkerung auch eine klare Forderung nach Transparenz und Regulierung: Eine überwältigende Mehrheit von 83 Prozent spricht sich für eine verpflichtende Benennung von KI-generierten Inhalten aus.

„AI Slop“: Wenn Content zu minderwertiger Massenware wird

Ein wachsendes Phänomen ist die sogenannte „Content-Flut“ durch KI: Sieben von zehn Schweizerinnen und Schweizern nehmen bereits eine Zunahme belangloser oder austauschbarer Inhalte wahr und sechs von zehn befürchten, dass hochwertige, von Menschen erstellte Inhalte dadurch zunehmend verdrängt werden“, sagt Roland Zeindler, Geschäftsführer der Marketagent Schweiz AG.

Ein besonders prägnanter Begriff in Zusammenhang mit dieser KI-Content-Flut ist „AI Slop“, also massenhaft produzierte, oft oberflächliche KI-Inhalte (deutsch: KI-Schrott). Auch wenn der Begriff selbst hierzulande noch nicht breit bekannt ist (33% | Generation Z: 54%), nimmt die Mehrheit das Phänomen belangloser und austauschbarer Inhalte bereits aktiv wahr (73%).

Und auch die damit verbundenen Risiken sind längst in der Bevölkerung angekommen: Neben sinkender Qualität von Online-Inhalten (47%) befürchten die Menschen in der Schweiz vor allem gezielte Manipulation (41%) und Verbreitung von Desinformation (40%) durch den „KI-Müll“. Drei Viertel gehen davon aus, dass diese Entwicklung in Zukunft weiter zunehmen wird (74%).

Diese Website verwendet kleine Textdateien ("Cookies"), um lhnen den bestmöglichen Service zu bieten. Die Verwendungszwecke dieser Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.