Für die Studie wurden 1.000 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung befragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Der Wandel im Einzelhandel wird von vielen Menschen wahrgenommen und Automatenshops könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.
Sorge über Leerstände in Innenstädten
Die Entwicklung vieler Ortszentren bereitet der Bevölkerung zunehmend Sorgen. 63 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer haben den Eindruck, dass die Zahl leerstehender Geschäfte zunimmt, und 72 Prozent empfinden diese Entwicklung grundsätzlich als besorgniserregend. Die Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für leerstehende Geschäftsflächen wird daher immer wichtiger.
Automatenshops: Hohe Bekanntheit, wachsendes Interesse
Und genau hier kommen Automatenshops ins Spiel. Vielen sind sie bereits ein Begriff: 88 Prozent der Befragten haben schon einmal von Automatenshops gehört und 29 Prozent haben bereits selbst in einem solchen Shop eingekauft. Besonders offen zeigt sich die junge Generation: In der Generation Z liegt der Anteil der bisherigen Nutzer*innen schon bei rund 40 Prozent. Zum Vergleich: Bei den Babyboomern liegt dieser Anteil nur bei 14%.
Flexibel und praktisch, aber nicht ohne Kritik
Der grösste Vorteil aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten liegt in der durchgehenden Verfügbarkeit: 64 Prozent gefällt, dass Automatenshops rund um die Uhr geöffnet sind. 57 Prozent sehen sie als praktische Lösung für Notfälle, etwa wenn dringend ein Produkt benötigt wird und klassische Geschäfte bereits geschlossen sind. Jede*r Vierte sieht darin eine zeitsparende Möglichkeit Einkaufe rasch zu erledigen (25%).
Auf der anderen Seite gibt es auch Kritik: drohende Arbeitsplatzverluste im Handel (46%), mögliche technische Störungen (41%), eine begrenzte Produktauswahl (41%) sowie Preisaufschläge auf Produkte (41%) zählen zu den grössten Bedenken.
Ergänzung statt Ersatz für den Handel
Als besonders geeignet gelten Automatenshops laut Befragten vor allem dort, wo flexible Einkaufsmöglichkeiten gefragt sind (Bahnhöfe und Haltestellen: 56%) oder die Nahversorgung eingeschränkt ist (Ländliche Regionen: 36%).
Insgesamt sieht eine Mehrheit Automatenshops nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum bestehenden Handel. Fast zwei Drittel betrachten sie als sinnvolle Ergänzung zum stationären Einzelhandel (62%), während 50 Prozent glauben, dass Automatenshops helfen könnten, Leerstände zu füllen und Strassen wieder zu beleben. Gleichzeitig plädiert die Hälfte der Bevölkerung für gewisse Regeln: Jede*r Zweite spricht sich für Einschränkungen von Automatenshops in der Nacht oder in Wohngebieten aus (50%).
„Automatenshops treffen auch in der Schweiz einen Nerv der Zeit. Vor allem bei der Generation Z kommt das Konzept gut an: Für sie stehen Flexibilität, Tempo und Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit klar im Vordergrund. Ältere Konsumentinnen und Konsumenten begegnen Automatenshops hingegen deutlich zurückhaltender. Das zeigt: Als Ergänzung zum klassischen Handel haben Automatenshops Potenzial, sie müssen aber Vertrauen schaffen, verständlich funktionieren und ihren Mehrwert klar vermitteln. Gerade dort, wo Nahversorgung Lücken aufweist oder Leerstände neue Nutzungskonzepte verlangen, können sie ein spannender Baustein sein“, so das Fazit von Roland Zeindler, Geschäftsführer der Marketagent Schweiz AG.