Krypto-Barometer

Sind Kryptowährungen auf dem Weg in den finanziellen Alltag oder bleiben sie ein spekulatives Nischenthema? Die zweite Ausgabe unseres Krypto-Barometers zeigt: Trotz starker medialer Präsenz und zwischenzeitlicher Kursgewinne bleibt die Schweizer Bevölkerung zurückhaltend gegenüber Kryptowährungen. Vertrauen und Investitionsbereitschaft verändern sich nur langsam.

Die zweite Jahreshälfte 2025 war für Kryptowährungen von hoher Volatilität geprägt: kräftige Kursanstiege im Sommer, Rücksetzer im Herbst, regulatorische Diskussionen auf EU-Ebene und zunehmende institutionelle Beteiligung sorgten für Aufmerksamkeit. In der breiten Bevölkerung schlagen sich diese Entwicklungen kaum positiv nieder. Das zeigt die zweite Ausgabe des Krypto-Barometers von Marketagent. 

Immobilien und Gold bleiben erste Wahl

Wenn die Schweizerinnen und Schweizer über ein hypothetisches Investment-Budget von einer Million Franken verfügen könnten, würden im Schnitt nur 9,6 Prozent davon in Kryptowährungen fliessen. 33 Prozent der Befragten würden nicht einen einzigen Rappen in Bitcoin und Co. investieren. Weit höher im Kurs stehen dagegen traditionelle Anlageformen: Immobilien sowie Aktien und Wertpapiere sind die klaren Favoriten. Kryptowährungen werden eher als Beimischung, denn als ernsthafte Alternative gesehen. 

Kryptowährungen: Gemischtes Bild bei Haltung und Wissen

Fast 4 von 10 Schweizer Befragten (38%) stehen Kryptowährungen (sehr) positiv gegenüber. Das ist eine leichte Steigerung im Jahresverlauf (1. Halbjahr: 35%). Demgegenüber steht 29 Prozent, die eine ablehnende Haltung einnehmen, das restliche Drittel gibt sich neutral (33%). Beim Vertrauen konnten Bitcoin & Co. in der Schweiz dagegen keine Kursgewinne verbuchen: Nur 39 Prozent der Befragten empfinden Kryptowährungen als vertrauenswürdig (1. Halbjahr: 42%). Zwar zeigen sich jüngere Generationen (Gen Z und Millennials) deutlich aufgeschlossener, insgesamt bleibt die Grundhaltung der Schweizer*innen gegenüber Kryptos aber eher reserviert. Spannend: Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt, dass bei den Nachbar*innen in Österreich noch deutlich mehr Skepsis gegenüber Bitcoin & Co. herrscht als hierzulande.

Wissensstand und Investitionsbereitschaft stagnieren

Ihren Wissensstand über Kryptos schätzt die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer weiterhin als (eher) gering ein (67%). Am besten informiert zeigen sich Männer sowie Personen mit überdurchschnittlichen finanziellen Mitteln. Trotz Skepsis und unzureichendem Wissen können sich fast sechs von zehn grundsätzlich vorstellen, in Kryptowährungen zu investieren (57% | Gen Z: 78%). Damit liegt auch die Investitionsbereitschaft der Schweizer*innen deutlich über jener der Österreicher*innen. Im Nachbarland trauen sich nur 44 Prozent Krypto-Investments zu. 

Fazit: Stabil skeptisch

Die Schweizer Bevölkerung zeigt zwar Offenheit für Bitcoin & Co., behält aber die damit verbundenen Gefahren im Blick: Rund drei Viertel sehen Kryptowährungen als risikoreich aufgrund starker Kursschwankungen (78%). Ähnlich viele (73%) verweisen auf Sicherheitsrisiken beim Verlust von Zugangsdaten. 68 Prozent befürchten Betrug oder Cyberkriminalität. Auf der positiven Seite erkennen 55 Prozent in Kryptos eine rentable Investitionsmöglichkeit und 53 Prozent eine grössere Unabhängigkeit, da sie ohne Banken funktionieren. Allerdings glauben nur drei von zehn, dass sie sich langfristig als Zahlungsmittel etablieren werden (32%).

Die Schweizerinnen und Schweizer zeigen zwar Offenheit gegenüber Kryptowährungen: Fast sechs von zehn können sich ein Investment vorstellen. Gleichzeitig bleibt das Bewusstsein für Risiken wie Kursschwankungen und Sicherheitsprobleme hoch. Kryptos polarisieren also zwischen Hoffnung auf Rendite und Sorge um Stabilität“, so Roland Zeindler, Geschäftsführer der Marketagent Schweiz AG.

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